Im Schlossmuseum Wolfshagen zeigen wir ab 9. Juli 2023 Titel-Fotos zu den großartigen Heften des Freundeskreises „Schlösser und Gärten der Mark“. Dieser Freundeskreis in der Deutschen Gesellschaft e. V. würdigt seit vielen Jahren die brandenburgischen Gutshäuser und Schlösser mit illustrierten Broschüren. Es ist äußerst verdienstvoll, nach den traurigen Schicksalen dieser Häuser, die alle geplündert, teilweise abgerissen, baulich verschandelt oder aktiv vernachlässigt wurden, diejenigen zu dokumentieren, die zu neuem Leben erweckt werden konnten. Bei wechselnden Autoren gibt es dabei eine Konstante: die meisterhaften Fotografien von Volkmar Billeb, der mit größter Präzision die äußere Gestalt die Häuser festhielt, aber auch mit historischen und rezenten Interieur-Aufnahmen vom Schicksal der Gebäude berichtet. Der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark konnte im Jahr 2021 auf 30 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken, zu der auch Benefizkonzerte und Besichtigungsreisen gehören. Zum Jubiläum wurde eine Auswahl von Hauptansichten der behandelten Gutshäuser und Schlösser in einer Ausstellung zusammengefasst, die wir jetzt in Wolfshagen zeigen.
Aus der Prignitz gibt es inzwischen die Hefte (in alphabetischer Reihenfolge) zu:
Demerthin, Fretzdorf, Freyenstein, Gadow, Ganz, Garz, Grube, Hoppenrade / Prignitz, Horst, Karwe, Lenzen, Meyenburg, Neuhausen / Prignitz, Plattenburg, Plaue, Rühstädt, Wolfshagen. Vor kurzem ist auch Groß Pankow hinzugekommen.
Anders, als im Schlossmuseum Wolfshagen, wo der frühere Zustand eines solchen Gutshauses auch im Inneren nachgestaltet wurde, erlebten andere Häuser ein ganz anderes Schicksal. Viele, die äußerlich glänzend dastehen, sind inzwischen Hotels. Umso wichtiger ist es, an die historischen, einfachen bis glanzvollen Zustände zu erinnern.
Volkmar Billeb schreibt: „Das Anliegen der Ausstellung, wie auch der gleichnamigen Publikationsreihe ist es, diese oft bescheidenen, häufig auch wenig bekannten, aber für die Kultur, Geschichte, Bau- und Kunstgeschichte der Mark Brandenburg bedeutenden Schloss-, Guts- und Parkanlagen, die auch in Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Erwähnung fanden, erneut in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Die Restaurierung oder Sanierung der oft noch gut erkennbaren Originalsubstanz und die Wiederentdeckung einer für viele Jahre verschwiegenen Geschichte der ländlichen Schlossbaukunst und der Kulturleistung des preußischen Adels erfordern von vielen Seiten einen hohen ideellen und materiellen Einsatz. So werden auf den Fotos sowohl die Leistungen der Brandenburgischen Schlösser GmbH, die Maßnahmen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, als auch die Bemühungen zahlreicher privater Nutzer und Förderer, wie auch engagierter Bürgerinitiativen dokumentiert und ins Bild gesetzt. Viele Schlösser und Herrenhäuser konnten nach ihrer Wiederherstellung in den letzten Jahren einer neuen Nutzung zugeführt werden, andere warten noch auf einen interessierten Besitzer, der sie zu neuem Leben erweckt. Mit der Öffentlichkeitsarbeit des Freundeskreises, zu der auch die Ausstellungstätigkeit gehört, sollen die schwierigen Aufgaben der Denkmalpflege in Brandenburg unterstützt werden.“
Im Übrigen hat sich der Kreis der bisher aufgenommenen 166 märkischen Herrenhäuser wesentlich durch die Hefte erweitert, die die Altmark, Mecklenburg, Uckermark und sogar die (jetzt polnische) Neumark betreffen. Zu 54 von diesen hat Volkmar Billeb ebenfalls Fotografien beigetragen. Die Ausstellung in Wolfshagen soll also Appetit machen, auf mehr Informationen durch den Erwerb der Hefte, bei denen nur einige der älteren Jahrgänge vergriffen sind.
Wir laden zu einer Besichtigung der meisterhaft fotografierten Häuseransichten ein, zu denen auch die von Wolfshagen gehört.