©2010 Förderverein Schloss-Museum Wolfshagen e.V. Alle Rechte vorbehalten. 1. Die Gutshaus-Einrichtung Ein besonderes Anliegen war es bei der Einrichtung des Museums, den Charakter eines märkischen Gutshauses  darzustellen, also einen Einblick in eine 1945 untergegangene Welt zu ermöglichen. Während besonders nach der  Wende die königlichen Schlösser in Berlin, Potsdam und in der Umgebung auf das Herrlichste hergerichtet  werden, prächtiger und stilreiner eingerichtet als sie teilweise in den letzten Jahrhunderten waren, kann man  übersehen, dass früher auf ein solches kurfürstliches oder königliches Gebäude vielleicht 100 weitaus schlichtere  Gutshäuser kamen, von denen man nichts mehr weiß. Geplündert, enteignet, teilweise abgerissen oder  entstellend umgebaut erinnern allenfalls Photographien an die einst vielen Landsitze, die von der Landwirtschaft  lebten. Hier in Wolfshagen wurde versucht, dem Vergessen entgegen zu wirken und die Atmosphäre eines  märkischen Gutshauses mit möglichst vielen authentischen Ausstattungsstücken darzustellen. Solche Häuser  waren kaum jemals rein in einem bestimmten Stil eingerichtet, sondern vereinigten Möbel aus verschiedenen  Epochen, die jede Generation neu ergänzte und anordnete.  a) Kapelle. Die nach einer Kirchenvisitation 1570 errichtete Fachwerkkapelle stand bis in die 1980er Jahre südlich, dicht vor  dem Südflügel des Hauses. Vor ihrem Abriß wurden die Gestühlswangen (eine datiert 1572) und einige andere  Einrichtungsgegenstände geborgen. Für die Nachempfindung der Kapelle, nun im Gebäude selber, wurden aus  diesen geretteten Gestühlswangen wieder ein Kirchengestühl hergestellt, zwei der ehemals vier  Wappenepitaphien aufgehängt, sowie die Liedertafel, ein Taufbecken von 1580 und die Altarleuchter und ein  spätgotischer Crucifixus integriert. Hier haben wir also Stücke, die vierhundert Jahre vor Ort waren, in einem  Raum, der auch für Gottesdienste, Taufen und Konfirmationen benutzt wird, zur Schau gestellt.  b) Gartensaal. Obwohl im ersten Stock gelegen, heißt dieser Raum von Alters her Gartensaal. Er war der am kostbarsten  ausgestattete Raum mit den aufwendigsten Wandbespannungen, die hier friederizianische Szenen enthielten.  Anstelle der 1952 restlos entfernten bemalten Leinwände sind neutrale Wände mit Leinwand bespannt  worden, die Trompe l'oeil-Malereien in den Fensterlaibungen wurden restauriert und nach diesem Farbschema  die Raumgestaltung in verschiedenen Grüntönen vorgenommen. Die Rahmen der Bilder, der Supraporten und  der Spiegel richten sich nach Befunden im Nebenraum und der einzigen erhaltenen alten Interieuraufnahme  des Hauses. Der Kamin wurde rekonstruiert, die stuckierte Decke ist original, ebenso der Fußboden, der aus  Feldern von Kiefernholz besteht, die mit Eichenplanken getrennt sind.   c) Esszimmer. Unter dem Gartensaal befindet sich das Eßzimmer ebenfalls mit vier Fensterachsen, die nach Norden, zur  Stepenitz blicken. Der Farbbefund ist alt, doch anstelle der früheren Heizung mit Kamin und Ofen wurden, wie  überall im Haus, Wandheizungen eingesetzt. Die lange Tafel wird vor allem für Kaffeegesellschaften genutzt,  aber auch für Empfänge, z. B. nach einem Vortrag, einem Konzert oder bei Trauungen. In der Mitte ist unter  einem Glassturz mit Familienstücken festlich gedeckt, nicht wie für den Alltag, sondern für eine besondere Feier,  wie eine Silberhochzeit, Konfirmation oder ähnliches. Wesentlich ist aber, dass hier im Sinne eines bewohnbaren  Museums der Raum wirklich praktisch genutzt wird und gleichzeitig die Atmosphäre des Gutshauses mit den  Sammlungsstücken und Bildern verkörpert. Letztere stellen (in Foto-Reproduktionen) ausschließlich Mitglieder  der Familie Gans zu Putlitz dar.  d) Erdgeschoss. Die weiteren Räume des Erdgeschosses enthalten den Kassenraum und Schlossladen im ehemaligen  Wohnzimmer und, hinter einer Glaswand, das Herrenzimmer an der früheren Stelle. In weiteren Räumen finden  sich die Bibliothek, ein Schlaf- oder Gästezimmer (hier im Erdgeschoss dargestellt, weil im ersten Stock die  Porzellansammlung dominiert), ein Damensalon (am authentischen Ort) und weitere Wohnräume. Hier ist eine  Fülle von Prignitzer Portraits aus den Familien v. Winterfeld, v. Saldern, v. Platen und v. Königsmarck  ausgestellt, Möbel aus Wolfshagen und aus benachbarten Gutshäusern, Silber, Porzellan, Glas und Textilien vor  allem aus Putlitz'schem Besitz.  e) Küche. Die Gutsküche befand sich im Untergeschoß, wo das in Hanglage gebaute Gutshaus an der Nordseite  Erdgeschossfenster besitzt. Praktisch an der identischen Stelle wird eine Schauküche eingerichtet mit großem  Herd und vielerlei alten Küchenutensilien, von denen ebenfalls viele aus Familienbesitz stammen. Daneben  schließt sich ein Dienstmädchenzimmer an, um neben der Welt der Herrschaft auch die der Hausangestellten  aufzuzeigen. 2. Porzellan Von vorneherein war bei der Gründung des Fördervereins Schloss-Museum Wolfshagen klar, dass die  Porzellansammlung von Prof. Bernhard v. Barsewisch, die als Leihgabe im Internationalen Keramikmuseum in  Weiden stand, in das Haus überführt werden und damit einen überregionalen Anziehungspunkt bilden sollte. Es  handelt sich um die größte Sammlung von mitteleuropäischem unterglasurblau gemalten Porzellan, weitgehend  Gebrauchsgegenständen aus vier Jahrhunderten und aus über 50 verschiedenen Manufakturen. Gezeigt werden  auch chinesische Stücke wegen ihres Einflusses auf die europäische Blaumalerei. Von Raum zu Raum wird  kontrastreich die Geschichte der Blaumalerei anhand von Dekoren und ihren Wanderungen dargestellt.  3. Klassenzimmer In Erinnerung an die langjährige Nutzung des Gebäudes als Schule wurde ein DDR-Klassenzimmer mit originaler  Ausstattung eingerichtet. Ein Konsoltisch wurde vom Prignitz-Museum Havelberg ausgeliehen und mit zwei Kopien ergänzt, ebenso ist der Ofen eine Ergänzung. Die Stühle und die  Wandappliken sind Anfertigungen für diesen Raum. Mit dieser festlichen Ausstattung ist er für Konzerte, Vorträge, Empfänge und standesamtliche Trauungen  einer der schönsten Räume in der Prignitz.  Sammlungen