©2010 Förderverein Schloss-Museum Wolfshagen e.V. Alle Rechte vorbehalten. Wolfshagen liegt im Mittelpunkt des früheren Herrschaftsgebietes der Familie Gans zu Putlitz. Die früheste Nennung eines Familienmitgliedes in einer  Kaiserurkunde von 1178 nennt einen Johannes Gans mit links-elbischen Besitzungen in der altmärkischen Wische. Aus den im 12. Jahrhundert in den Händen der  Edlen Herren Gans befindlichen Landstrichen (Terrae) der Prignitz muß man schließen, dass diese Familie von ihrem altmärkischen Stammbesitz im  Wendenkreuzzug 1147 die Gunst der Stunde genutzt hat und die Gebiete um die Stepenitz kolonisiert hat. Hier hat sie die Burgen und Städte Wittenberge und  Perleberg begründet, an der Furt über die Stepenitz in Wolfshagen eine Burg errichtet und am Oberlauf des Flusses in Putlitz die slawische Burg übernommen,  ausgebaut und hier die Stadt Putlitz begründet. Noch weiter am Oberlauf gründete sie 1231 das erste Kloster der Region, Marienfließ.  Geschichte In Wolfshagen wurde der Burgturm um 1600 abgetragen und auf der Basis mittelalterlicher Keller wurden mindestens drei Renaissance-Gebäude errichtet, die  aber nach dem 30jährigen Krieg verfielen. Die unsicher überlieferte Angabe, dass eine Vierflügelanlage bestanden hätte, ist durch Grabungsfunde nicht bestätigt  worden. Unter dem Geheimen Rat und kurfürstlichen Statthalter Adam Gans Edlen Herrn zu Putlitz muß sein Renaissance-Schloß prächtig ausgestattet gewesen  sein. Fragmente sehr qualitätvoller, teils vierfarbiger Ofenkacheln fanden sich bei Grabungen im Burggraben.  Die kleine Fachwerk-Schloßkapelle von 1570 ließ er um einen Gruftbau erweitern. Diese Kapelle überstand zwar den 30jährigen  Krieg, nicht aber die DDR-Zeit: Anfang der 1980er Jahre wurde sie abgerissen. Die Renaissance-Gebäude verfielen nach dem  30jährigen Krieg oder wurden nur im geringeren Teil noch bewohnt, bis 1787 auf den Fundamenten von drei Gebäuden die jetzt  bestehende Zweiflügelanlage durch Albrecht Gottlob Gans Edlen Herrn errichtet wurde. Die geringe Unregelmäßigkeit in der  Fensterfront und die ursprünglich sehr steile Anlage der Treppe im Haupthaus weisen darauf hin, dass hier ein bestehendes Gebäude  erweitert und aufgestockt wurde, wie auch in anderen Teilen noch Renaissance-Wände integriert sind.  In Wolfshagen lebte bis 1719 ein Zweig der Familie Gans zu Putlitz, der calvinistisch und ziemlich wohlhabend, auch durch seine Heiraten mit bedeutenderen  Familien verbunden war. Nach dem Aussterben dieser Linie erbten den Güterkomplex sechs Lehnvettern, die sehr viel kleinere Besitzungen innegehabt hatten.  Nach einem Gütertausch wurde Christian Ludwig Gans Edler Herr zu Putlitz der Nachfolger in Wolfshagen. Durch seine große Tüchtigkeit bewirkte er eine  Konsolidierung des Grundbesitzes, den er zu einer florierenden Gutswirtschaft ausbaute, so daß er bei seinem Tod drei Söhne mit Gütern ausstatten konnte.  Wolfshagen erbte sein ältester Sohn Albrecht Gottlob. Dessen Enkel, Hermann Gans zu Putlitz, ließ von Lenné den einst bedeutenden Schloss-Park auf beiden  Seiten der Stepenitz planen, mit Blicken in die Landschaft und effektvoll gesetzten, qualitätvoll gebauten Wirtschaftsgebäuden.  Beim Einmarsch der Roten Armee wurde der Gutsherr Hans Albrecht zu Putlitz aus dem Haus vertrieben und fand bei seinem treuen Diener Herrn Bock den  ersten Unterschlupf. Er zog dann nach Tacken und als er sich weiter zu entfernen hatte, nach Rathenow. Das Haus war dann mit Flüchtlingen vollgestopft, bis  1952 eine Schule eingerichtet wurde. Für diese Schulnutzung wurden einige bauliche Veränderungen vorgenommen, Manches von der Inneneinrichtung zerstört  (vor allem die einmaligen bemalten Wandbespannungen), auch ein anderes Treppenhaus eingebaut und ein dritter Hauseingang angelegt. Nach der Wende  zeichnete sich ab, dass der Schulstandort nicht zu halten war und 1995 wurde der Förderverein Schloss-Museum Wolfshagen begründet, um den drohenden  Leerstand zu verhindern und das kostbarste Gebäude aus der Familie Gans zu Putlitz, das überkommen war, museal zu nutzen. Die sechs anderen Gutshäuser,  die die Familie bis 1945 besaß, waren großenteils um 1900 umgebaut worden oder neu errichtet, baulich also von geringerem Wert als das spätbarocke Gebäude  in Wolfshagen, das zudem immer noch viele Elemente aus der Erbauungszeit enthielt.